I held a speech on our Save The Planet Collective float on last Saturday’s Rave …

I held a speech on our Save The Planet Collective float on last Saturday's Rave The Planet parade. I was actually super-nervous, so in the video you can hear what I actually said and here you can read the long version of what I wanted to say:
"Auch dieses Jahr ist die Rave The Planet Parade wieder eine Demonstration und weil in Deutschland auf Demonstrationen auch immer Reden gehalten werden müssen, müsst Ihr mich jetzt für ein paar Minuten ertragen.
Im übrigen fordern wir mit Rave The Planet auch das Recht auf kulturelle und non-verbale Tanz- und Musikdemonstrationen, frei von Pflichtwortbeiträgen wie diesem.
Als am 1. Juli 1989 die erste Loveparade mit 150 Leuten über den Kudamm zog, stand die Mauer noch und wir konnten uns alle nicht vorstellen, wie groß die Loveparade und Techno einmal werden würden.
10 Jahre später schon kamen 1 ½ Millionen Menschen hier an den Großen Stern, um gemeinsam friedlich zu feiern und zu demonstrieren.
Und auch die Wahrnehmung von Berlin hatte sich verändert.
Berlin gilt weltweit nicht mehr als die Stadt, wo menschenfeindliche Diktaturen geherrscht haben. Unsere Techno-und Clubkultur hat mitbewirkt, was millionenschwere und oft sehr peinliche Imagekampagnen nicht hinbekommen haben: Berlin ist zu einer coolen Stadt geworden und zu einem Sehnsuchtsort für junge Menschen auf der ganzen Welt.
Auch deshalb fordern wir mit Rave The Planet die Anerkennung der elektronischen Musikkultur als zu schützendes Kulturgut. Nicht nur in Berlin.
Vielleicht haben wir mit House und Techno unser Berlin auch etwas zu cool gemacht. Clubs, Bars und andere Veranstaltungsorte haben es immer schwerer, die immer weiter steigenden Mieten zu zahlen, sich gegen Lautstärkebeschwerden zu wehren und werden aus der Stadt verdrängt.
Das ist der Fluch der guten Tat: erst kommen alle in unsere Stadt, weil sie cool ist und stellen dann fest, dass Kreativität auch manchmal laut und unbequem sein kann. So werden dann Veranstaltungsorte verdrängt und die Stadt öde.
Aber wir brauchen bezahlbare Veranstaltungsorte, gerade für junge KünstlerInnen und Veranstalterinnen, um zu experimentieren und neues auszuprobieren.
Deshalb fordern wir mit Rave The Planet den Schutz von Clubs und anderen Veranstaltungsorten als Kulturstätten. Gleichstellung der elektronischen Musikkultur mit allen anderen, etablierten Kulturformen und -einrichtungen sowie gleiche Ansprüche und Chancen auf staatliche Förderungen.
Das klingt für viele von Euch vielleicht utopisch. Aber hättet Ihr den Teilnehmern der ersten Loveparade gesagt, dass noch im gleichen Jahr die Berliner Mauer fallen und House und Techno die größte Jugendkultur des neuen Jahrtausends werden würde: hätten sie das geglaubt?
Ich denke, sie hätten es gehofft, denn Hoffnung ist die Nahrung jeder Utopie. Auch wir hier können vieles bewirken, wenn wir alle zusammenhalten. Wir können gemeinsam so viel bewegen, wenn wir vereint sind und uns nicht trennen lassen.
Wir können Freiräume in Berlin und anderswo erhalten.
Und vielleicht kriegen wir sogar gemeinsam die Klimakrise in den Griff, damit auch zukünftige Generationen frei und unbeschwert leben und tanzen können.
Denn „Music is the answer!!!"